Neuseeland – Roadtrip Teil 3 – Südinsel, Mt. Cook, Lake Wanaka, Pukaki und Milford Sound!

…nun der dritte Teil zu unserem Roadtrip durch Neuseeland – jetzt ist die Südinsel dran. Ja die Südinsel, fast jeder mit dem wir vorab gesprochen haben, der bereits in Neuseeland war, meinte uns sagen zu müssen, dass diese schöner ist, dass wir dort mehr Zeit einplanen sollen, dass es mehr dort zu entdecken gibt. Im Nachhinein – ja, vielleicht würden wir euch auch empfehlen, auf die Südinsel zu reisen, wenn ihr einfach nicht genügend Zeit für das ganze Land habt, ABER so ganz klar sagen, dass diese Insel viel schöner ist als die Nordinsel würden wir nicht.

Als wir nun aber dort angekommen sind, haben wir uns besonders gefreut, da wir ein liebes Pärchen, welches wir auf Fiji kennenlernen durften, wiedertreffen wollten. Gemeinsam sollte es für uns in den Abel Tasman Nationalpark gehen und so haben wir uns am Morgen getroffen und wollten mit dem Wassertaxi starten. Dieses bringt euch an die Bucht an die ihr möchtet (umso weiter weg, desto teurer natürlich). Wir beschlossen – ganz kurzfristig entschieden wir uns um – bis zur Bark Bay zu fahren und von dort dann zurückzuwandern. Nun ja, unsere kurzfristig geänderte ‚Route‘ bedeutete dann für uns – so teilte uns das der Wassertaxifahrer mit – dass wir zurück an unseren Ausgangspunkt 27 Kilometer zu laufen haben. Im ersten Moment dachten wir wohl alle so ziemlich dasselbe – das hat der gerade nicht gesagt. 27 Kilometer. Es ist ein Uhr. Ca. halb neun wird es dunkel. Genießen wollen wir das irgendwie ja auch. Aber ok, so richtig gab es kein Zurück mehr, also sind wir angekommen und losmarschiert –wir wussten ja nun was vor uns liegt. Es ging erstaunlich gut, wir hatten uns nun einige Zeit nicht gesehen und uns daher viel zu erzählen. Die Aussichten, die man hin und wieder hat, sind wirklich schön – der Weg an sich lässt sich wunderbar laufen, allerdings hätten wir die zusätzliche Bucht nicht machen müssen. Der Weg ist dort dann doch ziemlich gleich, sodass es völlig ausreicht von der Anchorage Bucht zurückzulaufen. Zwei Abstecher, einmal zu einem Wasserfall und zu den Cleopatra´s Pool haben wir uns nicht nehmen lassen – trotz extra Kilometern 😉 und die waren auch absolut lohnenswert. Nichts desto trotz kamen wir um kurz nach 21 Uhr völlig fertig an unseren Autos an. Wir waren tatsächlich so müde von diesem Tag, dass wir es nicht mal mehr zu einem ‚legalen‘ Stellplatz geschafft haben, sondern uns einfach mitten in der Stadt in eine Straße gestellt haben. Wecker auf 6 Uhr programmiert, Bett schnell zusammengebaut, wird schon nix passieren. Zum Glück ist tatsächlich nichts passiert und das obwohl wir leider mit unserem riesig großen Schriftzug und dem grünen Auto unverkennbar darin schlafen 😉

Die nächsten Tage haben wir uns an der Westküste vorgearbeitet. Ganz besonders toll fanden wir Hokitika Gorge – das war unter anderem so ein Platz (von denen es allerdings einige gibt in diesem tollen Land), an dem man sich denkt – diese Farben können einfach nicht echt sein. Einfach nur wunderschön! Es waren auch hier einige Touristen, aber nun gut, zurecht. Es ist wirklich toll dort!

Wir waren noch an den Gletschern und sind dann – ja dann waren wir restlos beeindruckt als wir am Lake Wanaka (dem viertgrößten See in Neuseeland) und Lake Hawea angekommen sind. Dort sind wir dann auch direkt ein paar Tage hängen geblieben – es war einfach zu schön dort. Auch das Wetter war ein Traum, Sonnenschein, blauer Himmel, liebe Menschen, ein kostenfreier Stellplatz nicht allzu weit weg, bzw. auch einer fast direkt in der Stadt für nur 5 Dollar. Dafür gab es sogar Duschen 😉 Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt, all die schönen Aussichten genossen und an einem Tag sind wir den Roys Peak hinaufgewandert. Der Wanderweg sollte 6-8 Stunden (inkl. Rückweg dauern) und wir sind mit unserem Proviant, viel Wasser und der Kamera gegen neun Uhr losgezogen. Der Parkplatz war recht voll und wir dachten schon, dass das eine Art Massenwanderung gibt. Aber es verläuft sich doch sehr schnell und viele sind auch wieder zurückgegangen. Nicht dass wir daran gedacht hätten, aufzugeben, aber es war echt sehr anstrengend. Man läuft permanent nach oben, man hat das Gefühl die Steigung wird immer mehr – die ganz wenigen Abschnitte, die mal gerade verlaufen, sind eine absolute Wohltat.

Jedoch dreht man sich mal kurz um und wird sofort entschädigt – der „WOW“ Effekt, wenn man die Spitze erreicht, bleibt definitiv erhalten, auch wenn es eine der wenigen Wanderungen ist, die wir gemacht haben, bei der man wirklich die ganze Zeit die Aussicht genießen kann. Atemberaubend – der See liegt da unten wie gemalt, als wäre er gar nicht real. Um einen rum sind überall Schafe (außer ganz oben, da gibt es dann auch kein Gras mehr), die Menschen, die einem begegnen, blendet man völlig aus. Die Berge auf allen Seiten, ganz oben mit Schnee bedeckt – so friedvoll, einzigartig, wunderschön. Die Wanderung lohnt sich in jedem Fall! Einfach danach den Tag vielleicht zum Ausruhen einplanen, denn leider ist – entgegen wie wir dachten – der Abstieg ebenfalls sehr anstrengend.

Da wir noch einen ausführlichen Bericht mit allen Campingplätzen, unserer genauen Route und auch unseren Kosten schreiben werden (allerdings erst nach unserer Reise, denn dann ist dafür auch wieder mehr Zeit), gibt es auch hier nur einen kleinen Einblick in die Südinsel. Wir sind weiter in den Süden gefahren, durch Queenstown (coole Stadt, allerdings sehr touristisch, ABER wirklich den besten Burger – Fergburger – absolute Empfehlung!!!) bis zum Milford Sound. Das Wetter war bei uns sehr wechselhaft, also eigentlich ziemlich genial, denn am besten wirkt wohl alles bei Regen, aber ab und an die Sonne um uns aufzuwärmen war schon auch ziemlich gut 😉 Auf dem Weg dorthin allerdings haben wir zum Teil schönere Ecken gesehen, als dann direkt dort. Alleine die Straße – die Milford Road, die ab Te Anau beginnt (hier hat man auch das letzte Mal Mobilfunknetz) ist schon ein absolutes Highlight. Wir waren froh, diese alleine zu fahren und anhalten zu können wo auch immer wir wollten und nicht in einem Reisebus, die meist von Queenstown fahren, zu sitzen. Etwas genervt waren wir hier von den Preisen der Campingplätze (kostenfreie gibt es nicht mehr) und die kosten dort nun alle einheitlich 13 Dollar pro Person. Dafür bekommt man – NICHTS. Also manche mögen ganz schön sein, manche jedoch haben bis auf ein Plumpsklo tatsächlich gar nichts. Für uns in dem Moment eine Abzocke. Durch die Schönheit der Natur wurden wir allerdings entschädigt – wir sind einen Teil des Routeburn Tracks gelaufen und diese Wanderung war wirklich traumhaft schön. Gar nicht so anstrengend, aber wirklich sehr schöne Aussichten – wir haben es total genossen.

Wir haben – wie wohl alle – eine Schiffsfahrt am Milford Sound (gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO) gemacht. Der 15 Kilometer lange Fjord ist wohl einer der Touristenattraktionen überhaupt in Neuseeland und dies spürt man spätestens dort, wo all die Schiffe abfahren. Es gibt so viele Anbieter, dass es einem zum Teil wirklich schwer fällt sich zu entscheiden (für uns war es in der Hinsicht leicht, da wir einen Rabattcode für die zweite Person bei unserer Mietwagenfirma hatten und somit umgerechnet ca. 40 Euro für uns beide bezahlt haben). Mit unserem Kapitän hatten wir – wie wir finden – viel Glück, denn er hat uns gut unterhalten, aber auch viel Wissenswertes über die Gegend erzählt. Zuvor hatte er uns versprochen, dass wir alle einmal nass werden und er hat auch absolut Recht behalten. Am letzten Wasserfall ist er so nah herangefahren (wir haben es auch einfach unterschätzt ;)), dass wir wirklich klatschnass waren, bis auf die Unterhose. Haben wir erwähnt, dass es windig war, kalt und nun auch anfing zu regnen? Somit fühlte sich das ganze noch viel, viel schlimmer an. Zum Glück gab es an Board so viel heißen Tee wie man wollte. Somit ging es danach für uns schnell zum Auto, noch ein paar kleine Stopps auf dem Weg und wir fuhren zunächst zurück nach Queenstown.

Danach wollten wir uns erneut mit dem Pärchen aus Stuttgart treffen – ach was wäre es schön, mit den beiden noch länger zusammen gewesen zu sein (aber ihr Lieben, wenn ihr das hier lest, wir sehen uns spätestens in Deutschland!).

Der Weg führte uns also von Queenstown zum Lake Pukaki und von uns gibt es hierfür zwei Empfehlungen – lasst euch Zeit für den Weg – er ist wirklich wunderwunderwunderschön!!!!! Das Ziel – der See und die Umgebung ebenso, also wenn ihr Zeit habt, nehmt sie euch hier – wir hätten hier Wochen verbringen können! Ein klein wenig lag es sicherlich auch an unserer guten Gesellschaft 😉

Wir sind zu viert die Wanderung am Mount Cook gelaufen – die ist wirklich einfach, aber auch sehr schön. Man läuft über Schwingbrücken, hat meist die schneebedeckten Spitzen der Berge im Auge und das obwohl man bei Sonnenschein hier in kurzer Hose und T-Shirt unterwegs ist. Der Mount Cook (auch Aoraki genannt) ist der höchste Berg Neuseelands – mit immerhin über 3700 Metern. Nach einem ausgiebigen Picknick dort waren wir noch kurz einkaufen und haben dann am Pukaki See zu viert ein Lagerfeuer gemacht – wir haben sogar auf einer Steinplatte dort Würstchen gegrillt bekommen! Ach war das herrlich – leider wurden wir nach einiger Zeit, etwas Wein und Bier, vom Regen ins Auto bzw. ins Zelt verjagt. Dennoch hatten wir einen tollen Abend, noch einen schönen Morgen, bis dann die zwei weitergefahren sind und wir dort noch zwei Tage geblieben sind. Hier gibt es direkt einen kostenfreien Stellplatz – danke Neuseeland dafür!

Weiter ging es für uns die restlichen Tage sehr entspannt, bis wir dann letztendlich in Christchurch waren. Hier haben wir unseren Camper abgegeben, die Stadt noch auf uns wirken lassen – irgendwie sehr emotional, da man noch immer überall Gebäude sieht, die eingestürzt oder aber auf Grund von Einsturzgefahr geschlossen sind – alles noch vom Erdbeben 2011. Die Stadt hat wunderschöne kleine, individuelle Cafés und Bars, traumhafte Interiorlädchen (wir hätten so unendlich viel kaufen können – manchmal sehr gut, dass man auf Grund der Billigairlines auf wirklich max. 20 Kilo pro Person beschränkt ist), wirkt in manchen Teilen aber doch erschreckend leer und gespenstisch. Wir sind von hier dann weiter Richtung Asien geflogen.

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